Vogelfutter – How-To Meisenglocke

Unlängst hatte ich ein bisschen Kokosfett übrig und bei der Überlegung “Was damit tun?” landete ich bei unseren alljährlichen Bemühungen zur Vogel- Fütterung. Die Meisen kommen an den Futtersäulen nicht als Erste zum Zug und Fettfutter hilft hier ja durchaus sehr.

Was also tun? Eine Meisenglocke basteln! Naja, eine kleine Kiste voll …

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Pflanzenfett ist da immer eine Gute Wahl und gerade Kokosfett hat eine hohe Qualität, niedrigen Schmelzpunkt und verteilt sich sehr fein. Damit nicht doch irgendwelche Verunreinigungen dabei sind, habe ich es noch einmal gefiltert. Wie man beim oben abgelichteten Ergebnis sieht, ist der Fettanteil mit Kokosfett nicht so hoch wie bei industriellen Meisen- Knödeln oder Ringen.

Ansonsten soll der Futterplatz ja schön sein, artgerecht und im Großen und Ganzen ökologisch unbelastet. Wichtig ist auch, dass das Futter nicht mit Kot in Berührung kommt, bzw. derselbe schnell irgendwohin weg tropft – sonst ist eine Futterstelle schnell ein Platz zur Krankheitsübertragung und das wäre nicht Sinn der Sache.

Der hängende Tontopf bietet sich dabei traditionell an. Mit Sisal- Schnur hängt er ökologisch unbedenklich und mit einem unbehandelten Holz-Knebel können sich die Piepmätze sogar setzen.

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Jetzt haben Tontöpfe in der Regel – deswegen wähle ich sie hier auch aus -, im Boden ein Loch, das bei der Aufhängung hilft. Man kann die Schnur dick knoten, damit der Topf nicht abrauscht, was bei Naturfasern gerne einmal hakelig ist; ich habe mit einem kleinen Topfbohrer einen Stopper aus einem Sperrholz-Brettchen gebohrt. Danach reicht ein kleiner Knoten um den Topf zuverlässig zu stoppen.

Andererseits ist noch immer ein Loch im Boden, was beim Füllen mit warmem Fett meistens hinderlich ist und gerne mal die Küche gut ölt. Kleber ist eine Variante, aber eigentlich will man das den Vögeln nicht antun, die vielleicht dann Dinge aufpicken, die nicht wirklich gut für sie sind. Die Rettende Idee ist Wachs, mit dem man den Topf gut verschließen kann.

k-Meisenfutter-02Das Foto stammt zwar vom vergeigten ersten Experiment, aber mit jedem Topf sah das Ergebnis deutlich besser aus und die Variante funktioniert gut.

Der Haken ist, dass heißes Fett den Wachs direkt wieder schmilzt. Der Trick an der Stelle ist tatsächlich Geduld. Erstens den Wachs wirklich gut hart werden lassen und Zweitens das frisch geschmolzene Fett so weit wie möglich erkalten lassen, bevor man es in den Topf füllt. Auch empfiehlt sich erst Futter ein zu füllen, da dieses gerne im Fett auf schwimmt. Mit einem Löffel einfach ein”stupfen” und mit zwei oder drei Lagen den Topf ganz füllen.

Mit genug Geduld klappt das hervorragend. Bei zu wenig Geduld  ist es eine ziemliche Sauerei, aber das macht man meist nur ein mal. So hat man schließlich eine ökologisch unbedenkliche Vogel- Fütterung und insofern kann man die Sauerei auch ohne Bedenken einfach aufwischen. Tatsächlich kommt man mit recht wenig Fett, ziemlich weit und es ist eine schöne Aktivität für die ganze Familie.

Aushärten lassen, aufhängen und beobachten wie das Futter angenommen wird. Da es nicht ganz 24 Stunden gedauert hat, bis hier die Zielgruppe Meisen erreicht war, ein voller Erfolg.

Ich bin mir über die Kontroversen zum Thema Vogelfütterung im klaren und habe mich hierzu auch noch einmal aktuell mit meinem ehemaligen Zoologie Professor ausgetauscht. Natürlich erreicht man mit Fütterung selten jene Arten, die am meisten Unterstützung bräuchten.

Aber den anderen geht es heutzutage auch nicht mehr wirklich gut. Darwin hin oder her, der Mensch greift jeden Tag so massiv in die Lebensräume der Tiere ein, dass man nur durch die artgerechte Zufütterung alleine die Evolution sicher nicht aushebelt.

Lässt man die Argumente der negativ eingestellten Fundamentalisten gelten, bringt es also im schlimmsten Falle nichts – und das lässt die Freude an den Beobachtungen sowie die Vermittlung von Naturnähe und Naturschutz- Prinzipien außer acht, die meiner Meinung nach wie vor Not tut.

Wichtig ist tatsächlich das Thema Krankheitsübertragung am Futterplatz und findet man einen toten Singvogel in der Nähe der Futterstelle sollte man das Füttern für diese Saison abbrechen.

kyp.F.

 

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