Gebührenfinanziert

Seit Wochen denke ich auf dem Thema Gebührenfinanzierung herum und irgendwie erscheint mir das immer mehr kaputt. Ausgehend von diversen inhaltlichen Diskussionen in den Medien egal ob eine Frau Wagenknecht journalistisch auf niveaulosestem Level bedrängt wird, Fußball- Millionen versenkt werden oder sich die Frage nach dem Grundgesetzlichen Bildungsauftrag in Wetten- dass stellt kommt mir das System der öffentlich Rechtlichen immer kaputter vor.

Die politische Einflussnahme in der Besetzung der ZDF Intendanz war dann schon nur noch eine Farce und dass irgendwelche Fernsehräte schwerpunktmäßig aus politischen Gremien besetzt werden spottet der journalistischen Unabhängigkeit Hohn.

Dass dann aber mit dem Bezug auf den öffentlich rechtlichen Bildungsauftrag mit Gebührenmodellen herum gepfuscht wird ist dann nur noch eine Frechheit. Als tendenziell Fernseh- freier Haushalt kommt einem Rundfunkgebühr schon nicht entgegen.

Das Internet bietet sicher die Möglichkeit sich zu informieren – aber eben auch mit der Option dies möglichst nah an originalen Quellen zu tun. Die zweifelhafte journalistische Veredelung der öffentlich rechtlichen Web-Auftritte ist da doch ziemlich 1.0 und wenn man nach Wochen und Monaten vielleicht auf Grund einschlägiger Mundpropaganda Interesse an einem entsprechenden Medienerzeugnis entwickelt hat, zeigt einem die jeweilige Mediathek eigentlich immer nur ein Frust- Smiley. Bliebe Radio, aber das ist mittlerweile tatsächlich auch vollständig durch die authentischeren Angebote ausländischer Sendeanstalten abgelöst.

Was will ich mit den öffentlich Rechtlichen?

Damit aber der einschlägige Verwaltungsapparat, welcher diesen Irrsinn zu tote diskutiert weiter wachsen kann und jede inhaltliche Modernisierung noch frühzeitiger im Keim ersticken kann, schaut “man” halt wo man bleibt und erfindet die Haushalts- Gebühr die dann auch für Zweitwohnsitze voll umfänglich fällig wird. Gut jetzt sind Menschen mit Zweitwohnsitzen vielleicht nicht die Ärmsten aber viele davon sind tatsächlich Pendler und eigentlich in ihrem Zweitwohnsitz ohnehin nur um zu schlafen. Und an wie vielen Orten soll sich denn der geneigte Medienkonsument gleichzeitig aufhalten um eine doppelte Gebühr zu rechtfertigen?

Ähnlich sinnvoll finde ich diverse Ansätze zum Thema Gewerbebetriebe.

Vor dem Hintergrund dessen dass das Brief- Geheimnis oder das Fernmelde- Geheimnis keine Hinderungsgründe waren Post oder Telekom zu privatisieren, frage ich mich wie der fadenscheinige nicht erfüllte öffentlich rechtliche Bildungsauftrag dazu her halten kann ein System Gebühren- finanzierter verfilzter – oooops persönliche Meinung – Sendeanstalten zu subventionieren während auf der anderen Seite Breitband- Initiativen verpuffen und sich die politische Kaste augenscheinlich mit der Idee anfeindet, einen Internetzugang als Grundrecht in der Informationsgesellschaft zu vertreten.

Langsam wird es Zeit, dass hier einige Meinungsführer im 21. Jahrhundert ankommen.

Meine 2ct. kyp. F.

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