Software Virtualized Storage going live – considerations and decision.

Wie schon angedeutet habe ich unlängst meine erste HP VSA Installation in Betrieb und nach einer Woche Test auch produktiv genommen. Ein nicht ganz so geradliniger Prozess – auch wenn die Tests vorher das nicht angedeutet haben.

Hier ein paar Vorüberlegungen, How To und Erfahrungsbericht folgt.

Die Abwägungen gegenüber den offensichtlich konkurrierenden Lösungen sind in einer überschaubaren Umgebung tatsächlich zügig beendet. Wenn wie am fraglichen Standort ein Server für produktive Last reicht und der zweite schon hundertprozentige Redundanz zur Verfügung stellt wird die Liste potentieller Kandidaten schnell kurz. VSAN 2.0 mit vSphere 6.0 aka. EVO:Rail braucht vier Knoten um zu funktionieren und Nutanix drei. Damit bleibt Simplivity tatsächlich der einzige konkurrierende zwei Node Cluster – der aber in der konkreten Situation die Einführung einer vollständig neuen Technologie mit allen Konsequenzen – Schulungsbedarf, Anpassung Arbeitsabläufe, neue Dokumentation – bedeutet hätte.

Letzteres, also die höheren Prozessualen Kosten bei nicht unmittelbar realisierbaren technischen Mehrwerten, gab im konkreten Fall den Ausschlag. Ohne einen Piloten realisiert zu haben, ist der augenscheinliche Eindruck, dass Simplivity einige Vorteile im Bereich der “long distance snapshot exports”, also der dem Export von Volumen- Snapshots über Standortgrenzen hinweg, mit sich bringt.

Andererseits hat sich parallel der Neubau unserer Backup Infrastruktur ergeben, der mit den Konzepten zur Deduplizierung, Incremental Forever Sicherung und nachgelagerten synthetischen Vollsicherungen, welche auf Band exportiert werden, drei völlig neue Technologien einführt und es uns erlaubt, zumindest die Sicherung mit Ziel auf einen entfernten Standort, zu evaluieren – und bisher sehen diese Tests vielversprechend aus.

Mit der Entscheidung sind dann die Installationen konkretisiert worden. Der entsprechende Design und Configuration Guide – für VMWare, HyperV gibt es gesondert, liefert hier zunächst die wesentlichen Informationen.

Folgt man der reinen Lehre, gilt es hier natürlich eventuelle Performance Anforderungen vorzubauen und mit entsprechend schnell drehenden Platten vor zu bauen, bzw. gleich SSDs zu verwenden. Die VSA bringt auch eine entsprechende Option für ein automatisches Tiering auf Blockebene mit. Hierzu dürfen die verwendeten Speichermedien nicht mehr als eine Performance- Kategorie auseinander liegen. Die Idee mit 7200k Nearline SAS Platten das Volumen und SSDs die Performance zur Verfügung zu stellen, wird im nachfahren der Schreib- Operationen aus der SSD auf den langsameren Speicher vermutlich – so zumindest der Hersteller – zu Problemen führen.

Im Konkreten Fall setzte das Design dann auf zwei HP ProLiant DL 380G8 auf, welche mit jeweils sechs 2TB – 3,5″ Nearline SAS Platten ausgestattet waren. Das folgt vor allen Dingen den Volumen- Anforderungen. Da die lokalen Installationen derzeit keine Transaktions- Lasten tragen, fiel die Entscheidung hier vergleichsweise leicht zu Gunsten des Volumens. Beide Hosts wurden jedoch schon mit dem Einbau eines zusätzlichen SmartArray Controllers auf kurzfristige Erweiterungen vorbereitet und bieten hier Gelegenheit kurzfristig nach zu steuern.

Beim G8 ProLiant ist dabei die onBoard Ausstattung nicht per default gegeben, sondern wird mit den LOM Modulen gewählt. Ich haben aus der aktuellen Umgebung heraus noch die Verwendung von Gigabit Ethernet gewählt, sicher auch keine unabänderliche Tatsache. Zu Empfehlen ist hier auf jeden Fall ein Minimum von sechs physikalischen Netzwerk Schnittstellen, die auf dem Hypervisor mindestens drei virtuellen Switches zur Verfügung gestellt werden müssen – siehe auch den Design und Reference Guide.

Die Ausstattung liefert bei ADG- RAID6 8 TB Netto Speicherplatz, von dem 4TB dem vSphere 5.5 Host lokal zur Verfügung gestellt werden und eben weitere 4TB je Host werden per VSA virtualisiert.

Die VSA Lizenz in der 4TB Variante (4,10 und 50TB verfügbar) kommt in einem dreier- Bundle daher, dass für ca. 2.000,-EUR Straßenpreis erhältlich sein sollte. Damit ist die Hürde für einen Einstieg in eine Software basierende Storage- Virtualisierung doch ausgesprochen Überschaubar. Als Fallback steht die Verwendung der VMWare Bordmittel zur Verfügung – das wäre jedoch ein eigenes Thema.

Die letzte Design Entscheidung ist dann der Bereitstellungs- Modus. Da die VSA ihren Speicher per iSCSI zur Verfügung stellt, kann dieser direkt dem ESX Host zur Verfügung gestellt werden oder direkt an die virtuelle Maschine mit ihrem Gast- Betriebssystem zur Verfügung gestellt werden. In diesem Fall ist der Sinn der Installation vor allen Dingen die einfacher vollständige Synchronisation beider Hosts. Daher wurde die Option der Bereitstellung auf Host Ebene gewählt.

Diese Variante hat Nachteile im Bereich Anwendungs- konsistentes Snapshot- Backup, da hier der komplette Host synchron gesichert werden müsste. In einer übersichtlichen Standort- Installation ist das jedoch machbar und die drei Daten- haltenden Systeme sind zumindest konzeptionell synchron zu sichern. Die vorangegangenen Überlegungen im Bereich Backup und der vorläufige Verzicht auf Storage- integrierten Backup für mindestens weitere drei Jahre, ließ diese Variante im Rahmen der zur Verfügung stehenden Installations- Zeitraum attraktiver erscheinen.

Der Betriebsaufwand ist bei der ESX- Variante minimal.

Eine in einem folgenden Post beschriebenen Installation folgt dem entsprechenden Installation und Configuration Guide, nicht ohne einige Abweichungen fest zu stellen.

Kyp. F.

 

Leave a Reply