Musings on “Führung”

Was heißt eigentlich Führung? Eine Frage die mich aktuell wieder etwas mehr beschäftigt, und das tatsächlich aus gleich mehreren beruflichen wie nicht beruflichen Gründen.

Führung bedeutet – wie ich denke – vor allen Dingen die Verantwortung verbindlich und mit einer konkreten Zielvorgabe für etwas oder jemanden zu übernehmen. Personalführung, fachliche Führung, es finden sich alle möglichen Begrifflichkeiten. Man kann sich hier gerne verzetteln und Pläne schreiben und protokollieren und kommunizieren … wenn das Ergebnis nicht stimmt, hilft einem all das wenig; es sei denn die Organisation, in der man sich befindet, hat sich mit dem nicht erreichen von Zielen schon lange abgefunden. So etwas soll es ja auch geben.

Denkt man das weiter, kommen mir in der heutigen Organisations- Kultur zwei Aspekte absolut wesentlich vor:

  • Verantwortung tragen! Das bedeutet Verantwortung für Ergebnisse zu tragen und Ziele zu erreichen. Der Weg dort hin ist – sicher mit Einschränkungen – egal. Es zählt, dass Dinge umgesetzt wurden und Ziele erreicht wurden. Sicher nach allgemein akzeptierten oder legalen Spielregeln. Verantwortung ist nicht, den Daumen auf dem Drücker zu haben, jeden Schritt aller zu überwachen und weil man seinen Otto unter irgendetwas setzt auch in allem das letzte Wort zu haben. Dessen hat man sich doch, durch die zuvor zitierten Protokolle entledigt. Verantwortung bedeutet die organisatorischen Rahmenbedingungen für erfolgreiche Umsetzungen zu schaffen. Mit der Möglichkeit Dinge nach zu vollziehen, transparente Organisationen zu schaffen, einem sinnvollen Reporting, Gründlichkeit und Sorgfalt hat man doch diese Randbedingungen erreicht. Diese erlauben es dann auch Verantwortung zu tragen.

So weit so gut. Für mich aber mittlerweile Wesentlicher:

  • Leadership! Für manche scheinbar noch immer nur ein Schlagwort, für mich der Maßstab schlechthin, wenn jemand einen Führungsanspruch erhebt. Mittendrin, statt nur dabei. Gung ho! Ein Leader führt die Gruppe von innen. Er ist dabei, macht mit und geht mit gutem Beispiel voran. Er erwartet von anderen nichts, was er nicht selbst zu leisten bereit ist. Er hat für seinen Teil der Aufgaben genau so seine Qualitäten, wie alle anderen im Team auch. Leadership klammert den Führenden nicht aus der zu führenden Gruppe aus, sondern stellt ihn in deren Mitte, damit dieser alle Grupplinge mit nehmen kann. Gerade in Zeiten, in welchen viele Menschen sich nicht mehr als Automaten verstehen, der zu funktionieren hat, ist das “gute Beispiel” unabdingbar geworden. Ein Leader packt an.

Alles in allem ist eine Führung, die diktiert und sanktioniert eben nicht mehr Zeit- gemäß und zum Scheitern verurteilt. Die viel beschworene Gerneration Y verändert das Menschenbild in unserer Gesellschaft. Der hierarchische Führungsanspruch auf Grund einer Organisations- Authorität steht zusehends in Frage. Menschen die ihre eigenen Werte nach Erfahrung und Umsetzung von persönlichen Zielen definieren, hinterfragen einfach auch diese Werte bei denjenigen, deren Maßstäbe sie übernehmen sollen. Kommen sie nicht ungefähr zu einem “ist gleich”, wird es schon schwierig, sich als Führender den notwendigen Respekt zu verdienen. Unverdienter Respekt ist dagegen eine aussterbende Art.

Eine Führung die zwar in Anspruch nimmt schließlich verantwortlich zu sein, und daher eine Organisation schafft, die ihre Ziele gar nicht oder nur zu sehr kleinen Teilen erreicht verliert innerhalb kürzester Zeit jede Akzeptanz. Nicht erreichen ist Führungsschwäche. Führungsschwäche verspielt den Kredit, der einem Führer/Leiter mit der Berufung eingeräumt wurde und diesen muss man dann meistens eher bald zurück zahlen.

Kyp. F.

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