Tourtipp: Keltischer Ringwall in Otzenhausen

Meine Angetraute kam auf Grund einschlägiger Berichterstattung auf SPON mit der Idee, den Hunnenring genannten keltischen Ringwall in Otzenhausen zu besuchen. Diesen habe ich seit meinem zwölften Lebensjahr immer wieder gerne besucht und da man sich die Anlage auch auf einem mehrere Kilometer langen Rundweg erwandern muss, kommt das unserer Freizeitgestaltung ohnehin entgegen.

Anfahrt geht eigentlich ganz gut über Hunsrück-Höhenstraße oder A1 und ab dem Waldparkplatz an der Primstalsperre geht es dann auf verschiedensten Rundwegen los und man kann den Archäologischen Rundweg genauso wie die Traumschleife Dollberg nehmen um die Gegend zu erkunden. So lassen sich die verschiedenen Wanderrouten auch um den Stausee zwischen vier und eigentlich zweiundzwanzig Kilometern gut kombinieren.

Nach einem mehr oder weniger gemächlichen Anstieg gibt es dann verschieden sportive Einstiege in die einstige Wehranlage.

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Eingang des Ringwall am Steilaufstieg

Der Archäologische Rundweg nimmt dabei den recht steilen Anstieg durch das West- Tor und den Vorwall entlang, auf dem man einen sehr schönen ersten Eindruck von dem erhält was hier vor fast 2500 Jahren los gewesen sein mag – ohne die Highlights vorweg zu nehmen.

Entlang der Quelle erklimmt man ein kleines Plateau, das wohl den Kern der Anlage hinsichtlich Besiedelung bildete und bei dem dieser Rundweg einen Stich auf den Südsporn des Dollbergs macht, an dem sich ein Aussichtspunkt und der Eingang durch den Steilaufstieg  befindet. Auf dem Plateau finden seit 1999 wieder Ausgrabungen statt so dass man ein bisschen Rücksicht auf die Wissenschaftler nehmen muss. Zum Dank gibt es einige beeindruckende Informationen.

Ringwall am Osteingang

Ringwall am Osteingang

Abseits des Archäologischen Rundwegs findet man noch den Osteingang, zu dem ich den Abstecher dringend empfehle. Hier erhält man einen wirklichen Eindruck von der Ausdehnung der Anlage, da hier die Längsseite sehr weit zu überblicken ist, was meiner Meinung nach am Nordwall so nicht ganz gegeben ist.

Bei der Kaisertreppe am Nordwall

Bei der Kaisertreppe am Nordwall

Dieser beeindruckt dagegen durch seine schiere Masse, da hier auf Grund des flachen Zugangs über den dahinterliegenden Bergrücken die stärkste Befestigung errichtet wurde. Man geht davon aus, dass die Mauer zur Hochzeit ca. 50 vor Christus während den Auseinandersetzungen mit Cäsars Legionen hier 25 Meter hoch und auch breit gewesen ist. Dabei friedet der Wall ein Areal von 18,5 Hektar ein.

Eine unfassbar gigantische Anstrengung solch eine Festung vor 2500 Jahren hier auf zu bauen und ein deutlicher Hinweis auf die Bedeutung, welche die Treverer der Region mit ihren Eisenvorkommen beimaßen. Die Ausgrabungen und deren Dokumentation deuten an, dass die Kelten aus dieser Region auch erste Techniken zur Stahlherstellung beherrschten, was meinem subjektiven Einschätzungsvermögen Cäsars gesteigertes Interesse an der Gegend suggeriert. Jedenfalls endete die Zeit der Treverer- Kultur recht abrupt Mitte des letzten vorchristlichen Jahrhunderts.

Wie dem auch sei, ich kann jedem der sich ein bisschen für Kelten und Römer interessiert und sich gerne ein bisschen durch die Luft bewegt einen Besuch dort  nur empfehlen.

Viel Spaß, F.

 


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