Durchgelesen: Rework – Jason Fried

Inspiriert durch den bemerkenswerten TED Talk von Jason Fried, habe ich mir sein Buch Rework durchgelesen – in für mich bemerkenswert kurzer Zeit. Wer ist Jason Fried, mag sich jetzt der geneigte Leser fragen? Er ist einer der Gründer von 37 signals – einem Unternehmen, das Lean- Unternehmens- Software auf Browser- Basis macht. Mit dem Open Source Framework Ruby on Rails haben Jason und seine Mitstreiter, der Welt wesentliche Teile des Web 2.0 beinahe im Alleingang beschert- zumindest dessen DNA zur Verfügung gestellt.

Alles in allem eine Legende und in seinem Buch- gut er ist Co-Autor wie er auch Co-Founder und Co-Alles ist, greift er das Thema Produktivität ganz grundsätzlich von der Pieke an auf:

  • Was macht ein Unternehmen erfolgreich?
  • Was macht das Unternehmen aus und ist die Basis dieses Erfolgs?
  • Was müssen die Mitarbeiter leisten um diesen Erfolg zu erreichen?
  • Was sollte man bleiben lassen um seinen Zielen nicht im Weg zu stehen?
  • Was macht eine erfolgreiche Arbeit aus?
  • Wie unterbindet man erfolgreiche Arbeit?

Unbenommen geht er mit vielen etablierten Überzeugungen hart ins Gericht. Man glaubt ihm auch, dass sie nicht immer nur positives Feedback auf diese “Infragestellung” bekommen hat. Alleine der Erfolg von 37 Signals gibt ihnen recht. Mit nicht einmal 40 Mitarbeitern werden 500.000 Kunden mit ca. 5 Millionen Usern bedient.

Diese Leistung wäre ohne die Fokussierung auf das Wesentliche gar nicht möglich und erinnert stramm an das Motto “Perfektion ist nicht dann erreicht wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern dann wenn man nichts mehr weg lassen kann”. Das gipfelt darin, dass man eben lieber Kunden ziehen lässt, welche aus den Produkten herauswachsen, als deren Wünschen nach zu geben und die eigene Software zu verkomplizieren. Mit der verfügbaren Schaffenskraft werden die Produkte statt dessen perfektioniert. Der Erfolg gibt ihnen recht.

Rein handwerklich folgt auch das Buch den heeren Designgrundsätzen. Kurze prägnante Kapitel – mir ist keines länger als fünf Seiten auf gefallen – mit sehr geradliniger Sprache kommen direkt auf den Punkt. Thema für Thema wird abgearbeitet. Es ist fast wie ein Leitfaden durch die “Dos and Don’ts” eines Entwicklungs- Unternehmens.

Bei all der Verve mit welcher die etablierten Ansichten der Unternehmensführung und Entwicklung ins Fadenkreuz genommen werden, verwehren sich die Autoren tatsächlich gegen eine Nähe zum neuen Markt und zum gängigen Bild von Startups. Es gilt viel mehr der Anspruch grundsätzliche Prinzipien zu vertreten und als Unternehmen vom Fleck weg mit eigener Kraft erfolgreich zu sein.

Das, so der Schluss, geht nur mit einer Konzentration aufs Wesentliche.

Alles in allem ein sehr lesenswertes Buch und aus meiner Perspektive sehr inspirierend.

Ich kann es, wie auch die ausgesprochen aufschlussreiche “speech” bei TED Talk jedem Unternehmer, Abteilungs- oder Team- Leiter – eigentlich jedem berufstätigen Menschen – nur wärmstens ans Herz legen. Mir persönlich gefallen insbesondere die Ausführungen über Arbeit als einem “state of being”, der in Phasen erreicht werden muss, ähnlich wie die Tiefschlaf- Phasen der Nachtruhe, ausgesprochen gut und ich kann ausnahmslos alle Beispiele, die Guten wie die Schlechten, aus eigenem Erleben nachvollziehen.

Top Titel, 5 Sterne 😉

kyp.f.

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