Reingehört: Dicht & Ergreifend

Bei der Leitkultur ist vielleicht doch nicht alles im A….! Meine Reaktion auf Dicht & Ergreifend, die drei Raketen aus Ottrering wie der BR sagt, wirklich erfrischender Hip Hopp auf Bayrisch, aus “Bayern”. Gut, vielleicht nicht mehr ganz aus Bayern, aber wie so viele Menschen die in die Ferne ziehen, schaut man dann doch mit ganz anderen Augen nach Hause und verarbeitet das schon auch mal auf seine eigene Weise.

Mich persönlich haben die Kollegen mit Schuusabrratt – einem Titel vom Debütalbum Dampf der Giganten – eingefangen, einem Cover von Dann mit der Pumpgun von Haftbefehl. Auch wenn ich eine Weile gebraucht habe um mich rein zu hören, gefiel mir die weiß- blaue Variante doch ausgesprochen viel besser. “Und dua da in dein Obazdn a kloans bissl Gras nei.” ist so eine Zeile, bei der ich dann am Fliegenfänger hänge.

Ganz rum war es dann mit Wandadoog. Grundsätzlich auch wenn ich nicht wirklich ein ausgesprochener Hip Hopp Fan bin, spricht die Art Underdog- Heimatverbundenheit den brummeligen, mit der heimischen Scholle verwurzelten Hunsrücker in mir an und ich weiss genau, wovon die Kollegen Rappen. So ging es uns irgendwie auch als Jugendlichen, wenn auch vielleicht eher mit Crossover und Punk, aber nichts desto trotz, die etwas Anderen im dörflichen Umfeld.

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Fundstück: Big B’s Blues Express

Irgendwie flatterte Freitags kurz vor Feierabend auf Facebook vorbei, dass es in Bernkastel Kues Livemusik mit Big B’s Blues Express in Sammy’s Kultur Cafe & Bar gibt. Einer inneren Eingebung und dem dringenden Bedürfnis folgend Abends raus zu müssen habe ich mein Umfeld dazu verdonnert mit mir da hin zu fahren. Bernkastel Kues ist nicht gerade ums Eck und man fährt ein paar Minuten – ok es ist ums Eck aber eine ziemliche Gondelei und deswegen tendiert der geneigte Hunsrücker dazu dieses schmucke Städtchen zu unterschätzen.

Wie dem auch sei, gesagt getan und ab da hin. Die beste Idee seit langem. Nichts hat mich darauf vorbereitet was hier ab ging. Sammy’s Bar ist schon ziemlich gemütlich und Continue reading

Reingeschaut: Cave of the forgotten dreams

Um ein bisschen noch an die verbliebenen Urlaubsgefühle an zu knüpfen habe ich gestern, von Werner Herzog “Cave of the Forgotten Dreams” geschaut.

Dabei handelt es sich um eine Dokumentation über die “Grotte Chauvet” nahe Valon Pont d’Arc. Die Höhle enthielt nicht mehr und nicht weniger als eine Anthropologische Sensation und wird unter strengen regularien erforscht. Werner Herzog hat die bisher einzige Drehgenehmigung erhalten um unter strikten Auflagen die Funde zu dokumentieren.

Die Dokumentation zeigt die sagenhaften Hölenmalereien in sehr eindringlicher Weise und stellt sie ein wenig in den kulturhistorischen Kontext. Unter Berücksichtigung der Umstände unter welchen diese Zeichnungen angefertigt wurden, sind sie absolut grandios. Alleine die Tatsache, dass sie mehr als doppelt so alt sind wie die ältesten bisher gefundenen Felszeichnungen, rücken die Eindrücke, welche die Zeichnungen erzeugen in den Bereich des Unfassbaren.

Ich bin ja bestenfalls interessierter Laie, aber mir drängt sich der Eindruck auf, dass hier viel Geschichte neu geschrieben werden muß. Mich hat die Dokumentation jedenfalls tief bewegt.

kyp. F.