Es dauert ja manchmal bis man zum bloggen kommt, diesmal ziemlich genau eine Woche. Letztes Wochenende haben wir, meine Familie und ich, das doch ganz passable Wetter dazu genutzt wieder einmal wandern zu gehen. Man macht das ja einfach viel zu selten.
Dazu hatten sich mein Bruder samt Frau einen ca. 12 Kilometer langen Rundweg rund um Hunolstein ausgesucht:
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Hunolstein liegt auf der Mosel zugewandten Seite des hinteren Hunsrück, auf einer Kuppe über gleich mehreren beschaulichen Tälern. Die Bergflanken sind bewaldet und “der Hunolstein” selbst ist ein steil aufragender Fels, der sich in früheren Zeiten auch als Standort für die gleichnamige Burg anbot.
Parken kann man am Bauernhofcafe, das scheinbar, wenn man sich an den Nummernschildern orientiert, durchaus auch überregional Gefallen findet. Das ist insofern empfehlenswert, als dass man hier auch nach durchwanderten 2,5 Stunden nett einkehren kann.
Der Einstieg in die Runde findet sich noch auf dem Hof und mit entsprechenden wirklich reichlich angebrachten Wegmarkierungen, kann man die Strecke gar nicht verfehlen. Man kommt auch nochmal durch den Ortskern der kleinen Gemeinde, die immerhin so klein ist, dass es keine Straßennamen gibt, sondern alle Häuser nur eine Nummer haben und dann einfach Hunolstein 1 bis 199 heißen. Oder so ähnlich. Ich hatte jedenfalls nicht mehr geglaubt, dass es sowas in diesem Land gibt.
Im Ort selbst fallen einige Bruchschiefer gemauerte Häuser und die Kirche in gleicher Bauweise auf. Sehr traditionell und wie ich finde ausgesprochen schön an zu schauen. Passt halt sehr in die Gegend und teils sind die Anwesen auch wirklich sehr gut erhalten.
Nach Hunolstein steigt man hinab in eines der umgebenden Täler und folgt dann dessen Bachlauf eine ganze Weile. Nach einer großen Windung biegt man dann ab in das Höllenbachtal, eine wirklich urwüchsige Klamm.
Teilweise recht felsig und steil ist das nichts für Menschen die nicht ein bisschen kraxeln wollen. IMHO ist das auch die Stelle die die bevorzugte Richtung des Rundwegs definiert. Die Klamm ist nicht so ewig lang und man steigt nach 20 Minuten schon wieder aus um einige Kilometer recht eben einem Wald und Feldweg zu folgen. Nachdem man den Wald verlassen hat, darf man eine ganze Weile Auen und Wiesen genießen.
Die Täler und insbesondere die Klamm laden auch zum Fotografieren ein. Wer, wie ich, gerne HDR Fotografie macht, kann in dem Dichten Laubwald, den Bachläufen und dem Fels viele einladende Motive finden, die ein sehr umfangreiches Kontrast- Spektrum bieten. Es lohnt sich auf jeden Fall auf dieser Tour seine Kamera dabei zu haben.
Auf den Auwiesen haben wir ausgesprochen viele Schmetterlingen gesehen. Neben den noch immer in dieser Region zahlreich vorkommenden Arten, inklusive des Tagpfauenauges (deren Bestände sich ja zu erholen scheinen) haben ich diesmal auch Diestelfalter, Landkärtchen (Ja, der heißt wirklich so!)) und Brombeer-Perlmuttfalter gesehen. Beim Diestelfalter bin ich mir nicht sicher, aber die beiden anderen habe ich definitiv zum ersten mal selbst gesichtet und zumindest der Brombeer-Perlmuttfalter ist akut vom Aussterben bedroht und sollte nach meinem Bestimmungsbuch nicht in unserer Region vor kommen.
Ich bin jetzt nicht der ausgemachte Insekten- Freund, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Bestimmung richtig war. Die Flügelmale passen wie die Faust aufs Auge.
Bald nach den Wiesen darf man noch einmal die Bachseiten wechseln und danach kommt der Ausstieg. Hier geht es ununterbrochen recht steil Berg an und man gewinnt die 200+ Höhenmeter, die man auf der ganzen restlichen Wanderung abgegeben hat, recht zügig wieder. Auf der Bergkuppe kann man es noch ein paar hundert Meter zwischen Kornfeldern, recht ebenerdig ausklingen lassen und man erreicht dann die Rückseite des Hofcafes.
Die Tour zeigte einen Charakter, der für mich auf wirklich weiten Strecken die Art und das Wesen des Hunsrück aus macht. Sie ist nicht anspruchslos, aber eben auch nicht zu lang oder steil, als dass man sie nicht auch recht unvorbereitet als sehr ausgedehnten Spaziergang machen kann. Da man unterwegs nicht wirklich auf Ansiedlungen trifft, sollte man sich auf jeden Fall was zu trinken mit nehmen.
p.s.: Der Wanderweg ist im obigen Bild rechts der etwas ausgetretene Lehm und Fels



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