WM Kater

Was ein Spiel. 7:1  gestern, SCHLAAAAAND – Brasilien.

Wer mich kennt wundert sich jetzt sicher, was ich geraucht habe wo mich Fußball doch nicht so richtig dolle interessiert. Im Grunde richtig – auch wenn ich mich in manchen Fällen ein bisschen von der Begeisterung anstecken lasse.

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Also abgesehen davon, dass sowieso niemand mit so einem Ergebnis gerechnet hat und auch ein fehlender Neymar diese astronomische Niederlage nicht rechtfertigen kann haben meiner Meinung nach die Falschen verloren.

Während noch alle Luft holen ….

zum Buh- Rufen, damit meine ich nicht die Brasilianischen Spieler. Die Niederlage ist sicher ein Stück weit der eigenen Hybris geschuldet und wenn ich auf eine Spirale positiver Psychologie im Vorfeld setze, sollte ich mir tendenziell überlegen, was los ist wenn die permanente Selbstbeweihräucherung mal mit einem Spritzer Realität konfrontiert wird. Nicht anders ist die Implosion der brasilianischen Mannschaft gestern auf dem Spielfeld zu erklären.

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Verloren hat leider auch Brasilien und vor allen Dingen seine nicht so wohlhabenden Menschen. Manch einer der einschlägigen Kommentare in Presse und Social- Media schlägt natürlich sofort in die sich abzeichnende hässliche Kerbe einiger zugegebenermaßen aus dem Ruder gelaufener brasilianischer Fans.

Da ist von “dummen Fans” die Rede und davon dass es “in dem Land keine größeren Probleme gibt”… die Schattenseite des Sieges und so fort, ich könnte mich stundenlang ereifern und noch weit Schlimmeres zitieren. Doch das will ich gar nicht tun.

Was ich will ist einmal ein Statement absetzen, wie sehr mich diese deutsche Überheblichkeit ankotzt, die sofort parat steht um nach einem vielleicht einmaligen Moment dem Rest der Welt zu erklären wie überlegen man doch tatsächlich ist und dass die einzig wahren Maßstäbe doch unsere sind, die hier an die brasilianischen Fans angelegt werden. Und ja ich meine das genau so drastisch.

Warum ?

Ich hatte einmal beruflich in Salvador zu tun und ein Kollege vor Ort hat mich Abends mit in die Favelas genommen um mir Brasilien wie es ist zu zeigen. Fußball ist dort nicht irgendein Sport.

Die Schattenseite des Sieges sind die weinenden Kids zwischen den verranzten Hochhäusern auf Schotterplätzen, deren einzige greifbare Hoffnung einmal entdeckt, gefördert und aus dem sozialen Elend entkommen zu können der Fußball ist. Fußballer werden gescoutet und nicht Modedesigner, Mechatroniker oder Architekten. Und das sind auch nicht irgendwelche sturen HartzIVler (vorischt Polemik) die man gesellschaftlich weg ignorieren kann weil das sowieso nur ein paar hunderttausend sind, sondern das sind Millionen.

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Die WM zu verlieren im eigenen Land ist tatsächlich zerstörte Perspektive und damit tatsächlich ein soziales Problem in diesem gigantischen Land.

Hier auf dem hohen Roß an zu reiten und deutsche Maßstäbe anzulegen an Fans, Verhalten, die Probleme der Welt und sowieso den Fußball finde ich überheblich, arrogant wenn nicht sogar abstossend und erbärmlich.

Die Schattenseite des Sieges sind für mich die weinenden Kids.

Und ich kann mich für Fußballdeutschland nicht so ohne Weiteres freuen.

kyp.F.

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