Tourtipp: Gorges de l’Ardeche

Schlucht reloaded. Diesmal die Variante zu Wasser. Der Kajak- Trip irgendwo zwischen Vallon Pont d’Arc und Saint Martin d’Ardeche gehört ja allenthalben zu den Klassikern eines Aufenthaltes in der Region.

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Zahlreiche Kajak- Vermietungen, insbesondere in Vallon, aber auch zahlreichen anderen Städtchen zwischen Saint Martin und Aubenas, bieten ihre Dienste rund um die nasse Abfahrt an. Unser Favorit ist dabei Aigue Vive, kurz vor der Brücke nach Salavas. Alle Anbieter haben Touren verschiedenen Zuschnitts und wenn diese nicht direkt am Haus starten oder enden, gehören die Shuttle- Fahrten zu Start- und End- Punkten mit zum Paket. Die Touren gibt es in diversen Varianten, so dass für alle etwas dabei sein sollte – Eher sportlich oder eben doch Familien- freundlich.

Spannend wird es bei der Tour durch die Schlucht, die ab Chames – den letzten Ausläufern von Vallon und am Beginn des Naturschutzgebietes bis Saint Martin ziemlich genau 24 Kilometer lang ist. Hier endet auch die kurze Tour ab Vallon mit 8 Kilometern und wer mag kann beides kombinieren und nach Adam Riese sportliche 32 Kilometer in Angriff nehmen.

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Spannend insofern, als dass es ab der Einfahrt in die Schlucht nur noch einen Weg gibt, nach vorne aus der Schlucht hinaus. Es gibt zwei Gelegenheiten zu Biwakieren – jeweils etwa bei Hälfte der 24 Kilometer – Biouvac Gournier bzw. 32 Kilometer – Biouvac de Gaud. Nach der Einfahrt gilt auch, dass Kinder mindestens 7 Jahre alt sein müssen, meiner bescheidenen Erfahrung nach zu gutem Recht. Jüngere müssen mit den kleineren Touren Strom auf vorlieb nehmen.

In der Nähe der Biwaks sind heutzutage auch zwei Bereitschaften der Feuerwehr untergebracht, welche an den schwierigsten Stellen nach den kenternden Touristen schauen – bzw. nach 18:00 die Gestrandeten einsammeln. Ab dann gehört die Schlucht wieder den Tieren und die geneigten Abenteurer sollen sich im Biwak oder eben in Saint Martin eingefunden haben. Irgendwie hat man den ganzen Tag das Gefühl gegen die Uhr zu fahren.

Die Anmeldung eines Biwaks – Buchung erfolgt bei Anmietung des Kajaks durch den Vermieter, bei eigenen Booten über die Parkverwaltung bei der Touristen-Info in Vallon. Bei letzterer kann man sich, gerade im Frühjahr, auch nach den Wasserständen erkundigen, da ein höherer Wasserstand als 80cm an der Brücke nach Salavas als gefährlich und erfahrenen Wildwasserfahrern vorbehalten gilt.

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Von einem solchen Wasserstand waren wir weit entfernt. Der Wasserstand war dann bei der ein oder anderen Durchfahrt so niedrig, dass nur noch mit Aufsetzen durchzukommen war – meist ein Indiz für die falsche Linie, aber hier doch auf der ganzen Breite des Flusses gegeben.

Macht man sich denn endlich auf den Weg paddelt man einem ausgesprochen beeindruckenden Naturerlebnis entgegen. Macht man dies in der Nachsaison hat man auch gelegentlich ungestörte Eindrücke und fühlt sich mehr oder weniger alleine. Kein vergleich mit der letzes Jahr beschriebenen Wanderung, aber noch immer malerisch.

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Die angegebenen 6-7 Stunden Paddel-Arbeit sind bei niedrigen Wasserständen nicht zu hoch gegriffen und der Rekord von 1 Stunde 28 ist schwer vorstellbar. Ist es morgens schon windig, sollte man sich auf anstrengende Schleifen und ein zähes Ende einstellen, da einen der Fluss kaum anschiebt. Die Ansage bei “la catedral” spätestens um 16:00 los zu fahren finde ich sogar etwas sportiv.

Aber egal wie anstrengend und zäh das ist, am Ende überwältigen einen doch die Eindrücke. Wir hatten jedenfalls am Ende der Abfahrt ausgesprochen leere Batterien. Ich würde mich trotzdem – wenn es nicht windig ist – sofort wieder in das Boot setzen.

Definitiv ein toller Trip.

kyp.F.

 

 

One thought on “Tourtipp: Gorges de l’Ardeche

  1. Da werden Erinnerungen wach! Das Ufer auf deinem Eingangsbild sieht aus wie der Übernachtungsplatz, auf dem ich mal im zarten Alter von 19(?) Jahren übernachtet habe.. Damals war das Wasser recht hoch und einige sind gekentert.. ich erinnere mich an Rettungsversuche von vorbeischwimmenden Rotweinkanistern 😉

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