Angezockt: Wolfenstein – The New Order

Eine Weile habe ich mit mir gehadert bevor ich jetzt doch über Wolfenstein poste – schließlich sind 3D Ego Shooter ja nicht gerade der Inbegriff sozialer Akzeptanz. Aber was soll’s? Ich habe wenig geshootert in den letzten Jahren, aber die Gründe warum ich ins Regal gelangt habe sind die gleichen, warum ich jetzt darüber schreibe.

id Software ist ja nicht mehr und nicht weniger als der Gottvater der 3D Shooter und seit Dekaden geben sie den Takt vor. Mit den Wollfensteins vorweg, mit den Dooms – mit was auch immer. id hat das Genre erfunden und mit jeder Generation Spiele die Latte für 3D Grafik im Heimbereich höher gelegt – ohne einen sofort zu ruinieren.

Mit roher Gewalt kann heute jeder tolle Grafik aber “The New Order” bleibt erstaunlich moderat mit den Anforderungen und nimmt nicht einmal die Hälfte der Ressourcen meiner betagten XW8400. Man sollte es mit einer 2.5 GHz Quadcore CPU, 4GB Speicher und einer älteren GTX Grafikkarte problemlos auch in anspruchsvollen Einstellungen spielen können.

Genau, spielen – Man schlüpft in die Haut von BJ Blaskowicz, einem Ranger der gegen dem hypothetischen Ende 1946 des zweiten Weltkrieg leider verwundet nach Polen treibt und dort den Sieg der Achse und die Erringung der Weltherrschaft der schwarz-roten Horde in einem Sanatorium verpasst, bevor er sein Bewusstsein wieder erlangt.

Damit wäre das Setting moralisch unbedenklich und weit jeder Realität und es kann los gehen. Die Mechanik erinnert sehr an bisherige id Software und man kann ziemlich zügig los rennen. Etablierte Strategien funktionieren, auch wenn die Gegner zuweilen nicht völlig planlos agieren. Die Auswahl an Werkzeug ist reichhaltig und das Optionsrad, abzurufen über das Mausrad, füllt sich zügig.

Ganz in hergebrachter Manier bringt es doch einiges, die Gegend zu erkunden und dabei allerlei Gebrauchsgegenstände schon recht früh sein eigen nennen zu können. Hat man nicht kräftig sein Inventar kultiviert, scheinen die ein oder anderen Metall- Schergen doch recht unüberwindlich.

Mit dem richtigen Kniff jedoch kann man am Ende durch TNO genau so zügig wetzen, wie durch alle anderen id Spiele zuvor. Das sollte man sich jedoch für den dritten oder vierten Durchgang aufheben. In den ersten Durchgängen, lohnt es sich Dialoge und Videosequenzen komplett an zu sehen, denn die Geschichte ist mit viel Liebe aufbereitet und erzählt. Wie die meisten id Titel die ich bisher spielen durfte, nimmt auch TNO sich nicht über die Maßen ernst, was aus dem Zock dann letztlich die entspannte Freizeitbeschäftigung macht, die es tatsächlich ist.

Es erübrigt sich zu sagen dass die technischen Ansprüche durchaus erfüllt werden. Man wird sicher die ein oder andere Veröffentlichung finden die hier deutlich weiter geht, aber diese dürfte dann auch nicht mehr von jedem PC abzuarbeiten sein.

Insofern, viel Spaß und Gut Jagd, kyp. F.

2 thoughts on “Angezockt: Wolfenstein – The New Order

  1. Ich habe es inzwischen auch durch. Du hattest Recht, ist wirklich ziemlich unterhaltsam. Schade nur, dass über Steam nur die zensierte deutsche Version verfügbar ist. Ich hatte es leider zu spät bemerkt. Ein paar Dinger sind drin, wirklich krass – z.B. die mechanischen Hunde- brr.. 😉

  2. Jep – Thema Zensur ist da natürlich so ein Ding 🙁 In der Ausprägung finde ich das heutzutage schon albern, andererseits ist ja dem Sumpf kein Instrument zu perfide dass man es nicht instrumentalisieren könnte.

    Und die Grusel- Momente bei den “Dingern” find ich auch beachtlich. Die großen Hunde sind wirklich erst mal “buaaaaah” … Auch den U-Bahnhof mit den vielen Blechheinis finde ich sehr bemerkenswert.

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