Tourtipp: Citadelle Montmedy

Auf unserem Ausflug in die belgischen Ardennen tauchte plötzlich Montmedy auf einem Wegweiser auf. Ich meinte mich zu erinnern, dass ein Kamerad die Örtlichkeit aufs wärmste empfohlen hatte, da sie eine ziemlich rustikale Zitadelle beherbergt. Irgendwie hatte ich die Feste in der Nähe von Verdun verortet, was so gesehen auch nicht wirklich falsch war, aber irgendwie war mir entgangen, wie weit wir im Westen Belgiens angekommen waren.

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Die Franzosen sind scheinbar hier und da etwas entspannter im Umgang mit ihren Denkmälern und so darf man bis in die Anlage hinein mit dem Auto fahren. Ampel an Zugbrücke ist ein befremdliches Arrangement. Wie dem auch sei ist im Innenbereich der Festung normales Leben angesagt mit Strassencafe und ebensolchem Musiker, Künstlerateliers und so fort. Malerisch.

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Hat man den Eingang zum musealen Teil gefunden, darf man sich zunächst ein bisschen aufschlauen, um dann die “Ramparts” zu besichtigen. Wer hat’s gebaut? Vauban. Irgendwie der running Gag bei Frankreich- Reisen. Man erkennt seinen Stil zweifellos wieder und im Gegensatz zu anderen eher verfallenen Anlagen gewinnt man hier einen unfassbar realen Eindruck der massiven Dimensionen.

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Hat man es geschafft eine Weile nicht ab zu stürzen und traut sich auch in die dunkleren Ecken der Gemäuer hinein, findet man noch selten gut erhaltene Kasematten, die ebenfalls an Eindrücklichkeit kaum zu überbieten sind. Anderenorts, gerade im Süden rund um Verdun werden in düsteren Bildern die Zustände in diesen Kasernen auch zu eher unwirtlichen Zeiten gemalt.

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Hier kann man hautnah nach empfinden, dass eine Unterbringung in diesen Gewölben selbst zu den wirtlichsten Zeiten nicht wirklich ein Vergnügen war und den Ischias manches Soldaten sicher reichlich gereizt hat.

Militärisch interessiert oder nicht, diese Anlage bedruckt in so vielerlei Hinsicht, dass man sie sich nicht entgehen lassen sollte, sobald man sich weit genug in die Ardennen hinein gewagt hat.

Kyp. F.

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