Bahnsinn

Lieber Herr Ramsauer, Lieber Rechnungshof,

Wissen sie eigentlich was ihre Adlaten so treiben? im konkreten Fall auf der A61 zwischen den Anschlussstellen Waldlaubersheim und Bingen.

Nachdem hier Jahre- lang eine Baustelle war, die zuletzt zu einer der modernen Beton Trennwände in der Mitte geführt hat und mit der lustigen Aussage beworben wurde wie viel sicherer so ein Bobkanal ins Nahetal hinunter sei, war doch letzten Herbst tatsächlich auf diesem Autobahnteilstück Baustellen- und Stau- loses Vorankommen, jedenfalls wenn nicht Freitag Abend war.

Jetzt, gefühlt kein Viertel Jahr später, wurde rechtzeitig zur Osterferienzeit die Baustelle neu eingerichtet und just jenes schöne Beton- Mäuerchen wird in der Mitte feinsäuberlich weggepickelt. Im ersten Schwung hab ich noch geargwöhnt, dass doch irgendwas mit der Fahrbahn kommt und man dort Fahrbahnüberleitungen basteln möchte. Heute morgen waren die Lücken dann schon immens und deuten an, dass hier das ganze Mäuerchen weg kommt.

Ist mein Steuergeld eigentlich so wenig wert, dass man um mich zu ärgern erst Mäuerchen gießen muss um sie hinterher wegzupickeln, damit ich auf keinen Fall ohne Stau zur Arbeit komme? Oder waren die Planungen oder Bauausführung so dilletantisch dass zwei Jahre nicht reichen um ein ordentliches Mäuerchen zu bauen? Der Berg ist schliesslich schon seit Jahrmillionen dort. Oder war das Marketing der Betonmäuerchenmaschienenhersteller so gut, dass übersehen wurde, dass es doch blaue Flecken macht wenn Leute gegen Beton-Mäuerchen fahren?

Selbst wenn mein Steuergeld nicht verschwendet wird, würde ich das gerne verstehen.

Gott zum Gruße, F.

Tourtipp: Mont Royal

Das  Frühjahr Kündigt sich an und damit kommt der Drang endlich an der frischen Luft den Wintermuff abzuschütteln. Dazu bietet sich unter anderem eine Tour zum Mont Royal an, einer Festungsruine aus der Zeit Napoleaons unweit von Traben Trarbach. von der Moselbrücke an einfach den Schildern folgen – auf dem Plateau innerhalb der Moselschleife findet sich dann nach wenigen Kilometern das ehemalige Festungsgelände.

Das Projekt des legendären Festungsbauers Vauban wurde zwar nie vollständig fertig gestellt, hatte aber enorme Ausmaße und innerhalb des Komplexes liegen heute unter anderem ein Gewerbegebiet, der Sportflugplatz und ein Kletterpark.

Festungsruinen

Festungsruinen

Der Wald auf dem Plateau verbirgt jedoch eine ganze Reihe Überraschungen und ist mit einigen Wanderwegen und Pfaden erschlossen. Zwei Wanderparkplätze laden dazu ein die ehemalige Festung zu erkunden und allenthalben finden sich Schilder, welche den jeweiligen Ruinenteil erläutern und das Festungs-Konzept Vaubans erläutern.

Alles in allem hat man auf dem Plateau eine Ausdehnung von 2 Kilometern ohne all zu viel Höhe gut machen zu müssen so dass ausgedehnte Spaziergänge dem Erkundungsdrang reichlich Freiraum bieten.

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Für Kinder ein Paradies zum durchforsten der Trümmer. An einigen Stellen sind recht hohe Mauern im Gelände die leidlich gesichert sind.

Insgesamt hat die Festung beeindruckende Ausmaße und war hervorragend gesichert. Die Flanken ruhen auf steil zur Mosel hin abfallenden hängen und auch innerhalb der Mosel-Schleife war die Anlage hervorragend gesichert und mit den vorgelagerten Winterlagern und Handels- sowie Handwerks- Betrieben nicht zu überrennen. Die Achillesferse, der Zugang zu den höher gelegenen Wegen zur Eifel- Seite hin ist in drei Hornwerken – engen, Zwinger-artigen Bollwerken – gesichert.

Die 20 Meter weiten und bis zu 30 Meter hohen Festungsmauern tun ihr übriges, den Besucher zu beeindrucken und ich finde in den besser erhaltenen Teilen noch heute die Verarbeitung und das Gefüge des gesetzten Schiefers ausgesprochen beeindruckend.

Kletterpark

Sollte man sich noch sportlich verausgaben wollen bietet sich dann der abschließende Besuch im Hochseilgarten “Adventure Forest” an. Ein wirklich gut erschlossener und schön strukturierter Kletterpark auch mit Einsteiger-Parcours die auch den Kleinen eine tolles Erlebnis garantieren – Nicht eben üblich in solchen Einrichtungen.

An der Kasse des Parks befindet sich ebenfalls die Gelegenheit ein bisschen ein zu kehren und wenn man nicht selbst klettern möchte, den Kletterern bei einer heißen Tasse Kaffee zuzuschauen.


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Sightings: Roadkill

Heute auf dem Weg zur Arbeit:

zwei angefahrene Bussarde, ein totgefahrenes Eichhörnchen, ein totgefahrener Fuchs und ein totgefahrener Hase. Das ist ganz schön bitter … schliesslich reden wir von nur einem Arbeitsweg. Mobilität geht nicht nur hinsichtlich fossiler Energieträger zu Lasten der Umwelt und so finde ich das schon nicht mehr gut.

kyp. F.

Umrüstung Protool AGP 125 vom Winkelschleifer zur Sanierungsfäse

Heute kam die Absaughaube für meinen Winkelschleifer, mit einem Diamant Schleiftopf Rhodius DS und einem Werkstattsauger ergibt sich für kleines Geld eine faire Sanierungs-Fräse. Die Standzeit des Werkzeugs sollte laut Info vom Fachverkauf sicher alle im Heimbereich anfallenden Renovierungen und Sanierungen der nächsten 10 Jahre durchhalten.

Gut bei den meisten reinrassigen Sanierungs- Fräsen sind Fräs- oder Schleif-Töpfe enthalten und die werden schnell der teure Teil vom Vergnügen. Andererseits werden solche Werkzeuge für ca. 40 EUR am Tag vermietet. Wenn man also mehr als drei Tage zu tun hat, lohnt sich bei einem vorhandenen leistungsstarken Winkelschleifer schon die nicht dauerhafte Umrüstung – Ergänzung. Wer die Töpfe zu sehr runter schleift, hat auch beim ein oder anderen Werkzeug- Vermieter ein Extra auf der Rechnung.

Der Trick ist tatsächlich, dass bei der Absaughaube eine dickere Spannmutter dabei ist. Im ersten Versuch war der Schleiftopf so tief, dass er an mindestens einer Seite mit der Schutzhaube kolidiert ist. Bei 1200 Watt die da in der hohlen Hand schieben, kein Spaß. Mit der anderen Spannmutter passt dann auch das Fastfix und die Sache ist tatsächlich professionell und praktikabel 😉

Da macht renovieren gleich wieder doppelt so viel Spaß und an den einschlägigen Stellen geht damit auch deutlich mehr als bisher mit dem Sandpapier auf dem Rotationsschleifer. Geht auch, braucht man aber nicht und der Verschleiß ist enorm.  Nach dem Wohnzimmer – in einer alten Schule nicht unbedingt klein, hatte ich darauf jedenfalls keine gesteigerte Lust mehr.

kyp. F.

 

Current Project: Raspberry PI

Man braucht ja immer wieder ein kleines Projekt, nicht wahr?

Da ich mit meinem NAS auf Basis SS4200 noch immer hadere und nicht so recht weiß ob ich es abbrechen und auf eine belastbarere Plattform wechseln soll, jetzt mal eine Kleinigkeit zwischendurch. Raspberry PI:

 

Raspberry PI

Raspberry PI

 

Auf der Suche nach einem Stromsparenden Medienterminal bin ich beim Raspberry PI gelandet. Das erste Gehäuse aus dem rundum sorglos Paket war nicht so ganz meins und ich habe noch fix das Acrylgehäuse von Vullers Tech nachbestellt.

Abgesehen von der robusten und trickreichen Acrylausführung gefällt mir am Vuller Tech Gehäuse die vorbereitung der Gehäuseausbrüche für GPIO und die anderen Schnittstellen zur Nachverkabelung. Die Ausbrüche sind vorgefräst und lassen sich augenscheinlich mit sehr wenig Aufwand sauber aus dem Gehäuse trennen, sollte man GPIO oder etwas anderes als Standard IO benutzen wollen.

 

 

Hätte man gleich gründlich im Internet gesucht hätte man das ganze sogar Kosten-neutral ummünzen können, aber sei es drum. Für nicht mal 50,- EUR habe ich jetzt ein Medienterminal fürs Wohnzimmer. XBMC auf eine SD-Karte geimaged und fertig. Größtes Thema gerade ist die Bedienung wenn man auf Tastatur und Maus verzichten will. Da muss ich jetzt mal schaun wie das schnellst weiter geht.

Sobald ich mit XBMC und dessen Bedienung fertig bin, werde ich mich dem Thema GPIO zur Heimautomatisierung zuwenden. Vor dem Hintergrund wäre eine PoE Stromversorgung des Raspberry PI tatsächlich wünschenswert, da man sich damit das Steckernetzteil sparen würde. Naja, bisschen Raum zur Verbesserung kann ja nicht schaden.

kyp. F.

Sightings: Ringeltauben

Heute morgen hat uns ein Schwarm Ringeltauben überfallen. Mindestens 50 Stück. Meine Frau wundert sich noch: “Was sind denn das für fette Vögel? Dock keine Tauben?” Aber doch. Nach ein bisschen Recherche und dem herauskramen diverser Ferngläser und Teleobjektive bin ich mir sicher. Irgendwie habe ich unterschätzt, wie die größte heimische Taubenart mit Wintergefieder doch sehr plusterig daher kommt.

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Mittlerweile rasten die Tiere den ganzen Tag auf dem benachbarten Feld. Wie ich mich erinnere sind die Tierchen ja Teilzieher, überwintern gern mediterran und haben sicher ein schönes nettes zu Hause. Wenn sie alle auf einmal aus unserem Kirschbaum oder einer der Fichten starten ist das schon recht beeindruckend.

 

Musings zu System- Verfügbarkeit

Eine beliebte Annahme um die Betriebsanforderungen im IT-Hosting herabzusetzen ist die Einschränkung der Betriebszeit. Statt den legendären “24×7” sagt man “nur in den Bürozeiten”. Dann  lässt man sich leichtfertiger Weise dazu hinreißen den Berichtszeitraum auf “Monatlich” zu wählen.

Erkenntnis des Tages: bei Office Betriebszeit und monatlichem KPI kommt man in der vertraglich zugesicherten maximalen Ausfallzeit schon bei den vermeintlich anspruchslosen 98% Verfügbarkeit auf eine maximale Ausfall-Dauer unterhalb der oft kritischen 4 Stunden Marke.

Vielleicht entlasten die Annahmen in der Personalplanung, aber Abstriche in der technischen Auslegung von Lösungen sind IMHO damit nicht akzeptabel. Der Ausfall sucht sich ja nicht per se den für den Betreiber günstigsten Zeitpunkt.

Eigentlich hilft diese Betrachtung nur bei Ausfällen, welche kurz vor Feierabend passieren und dann mit ungeplantem und vertrieblich nicht budgetiertem Personal-Einsatz außerhalb der Betriebszeit behoben werden.

 

Für eine 4 Stunden Abdeckung, werden in jedem anderen Szenario mindesten 99,5% Verfügbarkeit gefordert bzw. konzipiert. Insofern: trau, schau, wem.

 

kyp.F.

Energiewende

Eingedenk der Tatsache, dass dies hier und heute nur ein Anriss sein kann:

Die Energiewende erfreut sich im politischen Diskurs ja gesteigerter Beliebtheit, dient sie doch hervorragend dazu Weitsicht, Umweltbewusstsein und verantwortlichen Umgang mit unserem Generationen-Erbe zu dokumentieren.

Was bedeutet das?

Im großen politischen Maßstab will ich mir dazu hier gar keine Meinung erlauben. Jedoch bin ich, wenn man einschlägige Recherchen im Internet her nimmt einer derjenigen die ziemlich direkt betroffen sind, gilt doch der Rhein-Hunsrück-Kreis in welchem mein Lebensmittelpunkt liegt, als drastischstes Beispiel der Verspargelung unserer Welt jenseits der Nordseeküste. Der Wind Park Kirchberg mit 53 MW Installierter Maximalleistung liegt vis a vis und gilt als größter seiner Art zwischen Alpenkamm und Waterkant. So weit so gut.

Nachdem die Landesregierung beschlossen hat Windenergie nur noch dort zu fördern, ja zu erlauben, wo ein wirtschaftlich vertretbarer Windertrag zu erwarten ist – 6 m/s im Jahresmittel auf 80 Meter Nabenhöhe ist die Referenz des Bundesverbandes Windenergie und darauf sind auch Windertragskarten des deutschen Wetterdienstes gerechnet – liegt der Hunsrück mittlerweile ganz vorne. Tatsächlich spricht die Windertragskarte des DWD Bände und es gibt wenige Landschaften in Deutschland die sich in gleicher Weise zur Windenergie-Erzeugung eignen.

Das Resultat sind ca. 400 genehmigungsfähige Standorte für große Windräder in unserem Landkreis. Deren Nennleistung bewegt sich zwischen 2,5 und 7,5 Megawatt. Nimmt man im Schnitt 300 MW an gibt das 1,2 GW im Peak, durchaus die Leistung eines zeitgemäßen Reaktorblocks. Eine Anbindung der Kapazität rechnet sich also genau so gut oder schlecht wie diejenige eines AKW?

So viel zu den Zahlen.

Was bedeutet das? Es bedeutet dass sich auf fast jeder Hügelkuppe eine Hand voll Rotoren drehen. Hinter meinem Haus 3 nach dem letzten Umbau, vor meinem Haus 23, und so geht es weiter von Gemeinde zu Gemeinde. Die Kreisverwaltung hat die Bundestrasse B50 jenseits Ellern als Demarkationslinie definiert um der Region den Charakterstiftenden Soonwald als natürliches Refugium zu erhalten und auch nicht jeden Quadratmeter mit den Spargeln zu zu pflastern. Es ist die Rede von Naturlandschaften, dem noch immer möglichen Plan einen Nationalpark einzurichten und vielem mehr.

Man kann Windräder schön finden oder hässlich, eine Naturlandschaft ist der Hunsrück nicht mehr seit die Römer die Axt angelegt haben. Es ist sicher ein ländlicher geprägter Raum mit entsprechenden Biotopen und auch vielen Rückzugsmöglichkeiten für gestresste Zeitgenossen. Zerstöre ich also eine Naturlandschaft ? Nein ! Dagegen habe ich klare Grenzen für den Ausbau definiert … Ich der Landkreis … und ich als Person finde diese akzeptabel und gut. Ich schaue lieber auf sich langsam drehende Rotoren als auf die Dampfsäule eines AKW. Die Lärmbelastung die viele Menschen anführen kann ich nicht nach vollziehen und das obwohl mein Schlafzimmerfenster keine 400 Meter Luftlinie vom nächstgelegenen Propeller entfernt ist. Große Windanlagen stehen ohnehin nicht ganz nahe an Ortschaften. Lauter sind kleinere Anlagen, die jedoch hier nicht vorkommen. Wer anderes behauptet, dem empfehle ich einen Besuch an der Nordseeküste.

Speziell dies ist ein Beispiel, wie undifferenziert Argumente in der dann doch aufkeimenden Diskussion übernommen werden.

Das die Veränderung der Landschaft reversibel ist, zeigt der Rückbau der ersten in die Jahre gekommene Windräder der ersten Generation. Das kann weder Braunkohle noch ein AKW von sich behaupten. Vielleicht sollte man die Kosten welche Asse produziert ehrlicherweise in den Atomstrom ein rechnen und auch Rückstellung für eine tragfähige zukünftige Entsorgung der strahlenden Altlasten. Solange dies aus Steuergeldern gestemmt wird, ist diese Diskussion doch verschleiert.

Spannender wird die Betrachtung der Konsequenzen in zweiter Linie. Der Hunsrück war und ist eine der strukturschwächsten Regionen in Deutschland. Diese Bewertung behielt ihren Bestand auch lange nach der Wiedervereinigung, da viele amerikanische Stützpunkte im Zuge der Abrüstung ihre Pforten schlossen und Wirtschaftskraft entzogen. Eine Kompensation kam lange nur mäßig bis gar nicht in Gang. Die Ortskerne der kleinen Gemeinden verwaisten, junge, gut ausgebildete Fachkräfte zogen zunehmend aus der Region ab. Die Kassen waren bestenfalls leer.

Mit dem Ausbau der Windenergie fließen jetzt nach Hochrechnungen der Rhein-Zeitung geschätzte 8.5 Mio EUR jährlich an Pacht und Steuern in die Region. Jetzt wird es spannend. Kleine vom Verfall geprägte Dörfer können ihre Infrastruktur reparieren, ausgeglichene Haushalte erreichen, wieder Lebenswert werden und die Landflucht bremsen. Kindergartenplätze werden genauso möglich wie spezifische Sozialleistungen für alte Menschen, die das ländliche Leben mit sich bringt. Windenergie rettet diese Landschaft vor Ruin und Zerfall.

Um die ungleiche Verteilung der Mittel aus dem Kapitalzufluss und der Entscheidung den Naturraum Soonwald im Interesse von Landschaftsschutz und Tourismus unangetastet zu lassen wurde zwischen den Gemeinden im Landkreis ein Solidarvertrag ausgehandelt der eine Umlage aus den Gemeinden mit Windrädern auf die Gemeinden ohne Windräder ermöglicht. Man hatte das Gespenst Neid erkannt und wirksam adressiert.

32 Gemeinden mit Windrädern haben sich auf einen Vertrag geeinigt. 31 haben unterschrieben. 1 Gemeinde kommt jetzt darauf, auch wenn sie laut Äußerungen ihres Bürgermeisters auf Einschlägigen Veranstaltungen schon nicht mehr wissen wohin mit dem Geld, den mit ausgehandelten Vertrag nicht unterzeichnen zu wollen.

Was ist Solidarität wert, wenn nur die Schwachen solidarisch sind und die Stärksten schon wieder ausscheren wollen?

Grundsätzlich ist es doch eine gute Sache, wenn eine Region ihren Bestand und ihr Auskommen mit ökologisch verträglichen Mitteln sichern kann. Ich habe noch keinen Menschen kennen gelernt der auf die Anforderungen der Energie-Wende mit konsequentem Verzicht reagiert hat. Selbst Schwermetall- belastete Energiespaarlampen muss man mit fragwürdigen Gesetzen forcieren. Solange der Bedarf existiert wird auch eine Industrie gewinnorientiert Lösungen schaffen.

Windenergie erlaubt dem Gemeinwesen in bisher unbekanntem Maßstab an dieser Wertschöpfung zu partizipieren. Jeder der mit Egoismus, Neid, Geiz, Missgunst und dem festhalten an Menschen- verachtenden Energie-Monopolen dieser Entwicklung entgegen wirkt, sollte sich die Frage stellen, ob er in dieser Gesellschaft gut aufgehoben ist.

 

Ich persönlich habe beschlossen mich über den Anblick der Windräder zu freuen, statt ihn nur zu ertragen, sie sind die Zukunft der nächsten Generation – nicht nur der in diesen vier Wänden.

 

kyp. F.

 

Angezockt: Crysis 3

Drei’nhalb Stunden drin in Crysis 3. Shooter der Extraklasse. Hat bei Weitem nicht mehr so viel mit der realen Welt zu tun, als dass man sich hier irgendeine verwaschene Kritik an den Haaren herbei ziehen müsste.

Die Hardware-Modifikationen der letzten Tage waren ein Glückstreffer. Ohne hätte ich vermutlich nicht antreten brauchen. So zockt es sich mit 1600×1200 erklecklich flüssig ohne irgendwelche Features grundlegend deaktivieren zu müssen. Der LOD ist auch auf große Entfernung beachtlich und erfreulich fein detailliert. Hin und wieder merke ich mit meiner Ausstattung einen kleinen Ruckeler … Da wären dann ein paar mehr Gigahertz vermutlich kein Schaden und auch Menschen die 400 und mehr Euro für aktuelle Grafikhardware ausgeben, können hier noch einmal etwas nachlegen.

Aber zum Spiel: Ganz subjektiv hatte ich bisher bei Crysis eigentlich immer irgendwelche Einstiegsprobleme. In die Steuerung, die Handlung, das Setting … und daraus wurde dann innerhalb von zwei Stunden eine gewisse Frustrations-Bugwelle die immer dazu geführt hat, dass Crysis weder durchgespielt noch neu angegangen wurde. Letztenendes hat für meine Verhältnisse die viel beschworene Balance immer einen Knick.

Das ist diesmal ganz anders. Der Einstieg in die Story ist packend. Mit Psycho trifft man einen alten Bekannten, der etwas angeschlagen scheint, aber einem auch toll in die “neue Welt” einführt. Er ist auch derjenige der einem in der Hunter Edition dann gleich das neue Spielzeug, den Predator Bow, überreicht. Sobald man ein paar Blocks gelaufen ist offenbart sich die neue Spielwelt, eine Art post-apokalyptisches New York das von einer Mega-Company im Würgegriff gehalten wird. Shadowrun meets Resident Evil. Ich will gar nicht spoilen, aber die Spielwelt in ihrer faszinierenden Ausgestaltung und Detail-Tiefe saugt einen förmlich in sich hinein und man ist gefangen. Wenn ein Sektor befriedet ist, bummele ich gerne noch einmal durch die entlegenen Ecken nur um mir die Gegend anzusehen oder auch die Aussicht zu genießen.

Die Story entwickelt sich zügig und nicht ohne Knalleffekte. Auch wenn man grundsätzlich beim Prinzip Shooter Ablauf-mäßig keine Quantensprünge erwarten darf, sind die verschiedenen Szenarien schon mit einer fast psychotischen Liebe zum Detail arrangiert.

Im Spielverlauf selbst findet man recht zügig eine Reihe von Werkzeugen, die es einem erlauben die persönlichen Favoriten auszuloten. Auch hier macht der Variantenreichtum reichlich Freude, erlaubt ein bisschen zu Experimentieren und ohne allzu tief in die Glaskugel sehen zu wollen, findet hier jeder relative zügig seine individuell bevorzugte Austattung. Die Auswahl an Langwaffen scheint mir umfangreicher, als an Kurzwaffen, wobei ich persönlich auf letztere sogar gerne verzichte.

Der Knaller schlechthin ist ohnehin der Komposit-Bogen mit einer Auswahl an normalen, elektrisch geladenen oder verschieden explosiven Pfeilen. Die Möglichkeit lautlos und unerkannt zuerst einmal die Opposition auf ein erträgliches Maß zu dezimieren, bevor man sich in allzu große Gefahr begibt, hat doch auch erhebliche Momente und gibt der eher Sniper- taktischen Vorgehensweise eine neue Nuance. Darauf habe ich schon immer gewartet 😉

Alles in Allem, ein spektakulärer Neuzugang: Sehr empfehlenswert.